Ingenieurbüro Vogt – News

Juli 2021

Ausflug zum Wasserspielplatz Erding!

Das Team hat für einen Vormittag die Arbeitsräume verlassen und hat dem Wasserspielplatz in Erding einen Besuch abgestattet.

Bereits im Frühjahr 2019 hat man auf unserer offiziellen Facebook-Seite etwas zu diesem Projekt erfahren können. Nun war das gesamte Büro vor Ort und konnte die Technik hinter diesem Bauvorhaben eigenständig sehen und erleben. 

Die Konstruktionen sind der historischen Altstadt Erding nachempfunden, welche durch die Lage zwischen den Flüssen Sempt und Fehlbach bestimmt wurde.

Grundidee der Landschaftsarchitektur war es, im westlichen Teil der Anlage einen Spielbereich in der Form des Erdinger Altstadt-Ovals auszubilden, der von einem (bespielbaren) Wassergraben mit niedrigem Wasserspiegel (0 bis 20 cm) umgeben ist. Eingefasst wird diese Insel in Teilen von einer sitzhohen Ziegelmauer mit bastionsartigen Ausbuchtungen, welche die Stadtmauer symbolisieren sollen. Die Übergänge auf die Insel erfolgen durch Öffnungen in der „Stadtmauer“ über unterschiedlich gestaltete Brücken / Stege / Furten an den geografisch entsprechenden Orten der 4 Stadttore Erdings. Die Struktur der Spielinsel orientiert sich an dem Straßenkreuz der Altstadt, der Aufweitung des Marktplatzes, sowie einigen historischen Nutzungen. Diese sind als konkrete Spielsituationen nachgebildet (z.B. Loderer an der Mühle = Wasserspiel).

Der östlich anschließende Teil der Anlage ist als klassischer Sandspielplatz auch für die Allerkleinsten mit den entsprechenden Geräten und Spielmöglichkeiten ausgebildet und an der Dammböschung zur S-Bahn mit einer Geländerutsche abgerundet

Der Bachlauf beginnt am Kleinkinderspielbereich nach dem ersten Wehr und mündet in die Sempt. Im Bachlauf sind weitere Wehre eingebaut, an denen das Wasser angestaut werden kann. Die Wehre im Bachlauf können von den Kindern betätigt werden, wodurch ein Bespielen möglich ist.

Die am Wasserspielplatz vorhanden Wasserspielgeräte (Wasserspeier, Spielpumpe) werden mit Trinkwasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz gespeist.

Wo bleibt die Technik?!

Der Wasserring ist eine gedichtete und mit Kieseln unterschiedlicher Größe ausgekleidete Wanne und wird von einer Pumpe am Südwestrand des Beckens gespeist. Hierfür ist ein Volumen von ca. 35 bis 40 m³ erforderlich. Für die Befüllung wird Grundwasser aus einem, eigens dafür gebohrten, ca. 13 m tiefen, Brunnen verwendet. Zu diesem Zweck wird eine leistungsstake (ca. 21 m³/h) Bohrlochpumpe verwendet, die den Wassergraben innerhalb von ca. 1,5 Stunden befüllt. Für den über den Tag andauernden Spielbetrieb, wird eine 2 Schwachlastpumpe mit geringerer Leistung verwendet, um den über den Tag auftretenden Wasserverlust zu kompensieren. Die Entleerung des Wassergrabens erfolgt über ein Wehr, welches den Bachlauf vom Wasserring trennt

Die Spielgeräte werden mit Trinkwasser versorgt. Um eine regelmäßige Entnahme zu gewährleisten, verfügen die Spielgeräte über einstellbare Hygienespülungen. Die erdverlegte Trinkwasserinstallation ist in HD-PE Rohr ausgeführt und so ausgebildet, dass diese über den Winter komplett entleert werden kann.

Der Wassergraben wird mit Grundwasser aus einem 13 m tiefen Brunnen versorgt. Die Förderung erfolgt hier durch eine Bohrlochpumpe. Die Steuerung dafür ist in einem separaten, freistehenden Technikschrank untergebracht. In diesem Technikschrank ist für den Schwachlastbetrieb eine 2. Pumpe mit Umschalthydraulik eingebaut. Die Steuerung erfolgt automatisch, so dass die Pumpen mit der Füllung des Wassergrabens beginnen, von Füll- auf Schwachlastbetrieb umschalten und die Pumpen am Abend wieder abstellen. Auch hier ist das Leitungssystem für die Winterpause komplett entleerbar ausgeführt.

Februar 2021

Was bedeutet Energie- und Gebäudetechnik bzw. TGA?

Ein kurzer Moment kann alles bestimmen. Jedes Mal ist ein erstes Mal. Jedes Mal ist es spannend, wie es zu schaffen ist. Wie geht das?

Im Operationssaal wird ein Mann am offenen Herzen operiert. Hochkonzentriert und mit Schweiß auf der Stirn retten Ärzte mit fein arbeitenden technischen Geräten ein Leben. Strahlend hell ist der OP-Bereich erleuchtet, um kleinste Bereiche zu erkennen. Und dann: Zack. Licht aus. Zack. Strom aus. Plötzlich funktioniert nichts mehr.

Was für eine Katastrophe!

„Entschuldigung, wir installieren gerade eine neue Heizung. Da ist wohl ein Kurzschluss entstanden.“ Ist es überflüssig zu erwähnen, dass diese Entschuldigung bei den Beteiligten nicht wirklich gut ankommt?

Wie ist es zu schaffen, dass ein OP, die Intensivstation, ein Krankenhaus technisch einwandfrei funktioniert? Immer. Wie stellt man sicher, dass alle Geräte laufen, ohne eine Sekunde auszufallen, obwohl im Keller gerade ein neuer Serverraum oder eine neue Heizung installiert wird? Wo muss was wie wann geplant und geschaltet werden? Was läuft automatisiert? Alarmanlagen und Sicherheitsbeleuchtungen. Doch wann? Wie greift eine technische Planung in die andere? Und zwar energieeffizient.

Geht all das überhaupt? – Was für eine Herausforderung!

Dafür ist die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) verantwortlich. Also die Menschen, die die TGA planen und umsetzen.

Technik in einem Gebäude – sie ist komplex und sensibel. Das ist ähnlich wie in einer Beziehung: Viele Faktoren spielen zusammen. Wenn es wie geschmiert laufen soll, sind viele Dinge zu berücksichtigen. Eine komplexe Haus,- Betriebs- und Versorgungstechnik erfordert ganz viel Zuneigung: Gebäudespezifische Daten in den unterschiedlich technischen Bereichen müssen stets aufs Neue berechnet, analysiert und immer wieder optimiert werden. Stellen Sie sich ein Rechenzentrum vor. Hier werden Kabel verlegt – und auch wieder gefunden. Server laufen weiter, obwohl sie überholt oder repariert werden müssen. Wie geht das zeitgleich? Da dürfen Köpfe rauchen, aber nicht die Rechner. Die Technische Gebäudeausrüstung umfasst sehr viele Bereiche: Wärme- und Heiztechnik, Sanitärtechnik, Elektrotechnik, Fördertechnik und Raumlufttechnik ebenso wie Telefon- und Datensysteme, elektroakustische Anlagen, Sicherheits- und Videoüberwachungssysteme. All das ist äußerst komplex und immer wieder herausfordernd. Die technischen Anlagen und Geräte an sich sind oft rund um die Uhr in Betrieb, aufeinander abgestimmt.

Das klingt leicht? Vielleicht. Ist es aber nicht.

Denn es wäre ja einfach, wenn es einfach wäre.